FION kombiniert verschiedene bekannte Einsatzfälle von Batteriespeichern zu einem Standort-spezifischen Multi-Use-Case-Profil. Die wichtigsten Bausteine:
1. Lastspitzenkappung (Peak Shaving)
Industriebetriebe verursachen oft kurze Lastspitzen, wenn mehrere Anlagen gleichzeitig laufen. Diese Spitzen treiben die Leistungspreise und damit einen relevanten Teil der Netzentgelte.
- Der Speicher lädt in Zeiten normaler Last.
- Kurz vor erwarteten Spitzen steht er geladen zur Verfügung.
- In der Spitze entlädt er und reduziert die gemessene Netzleistung.
Das senkt insbesondere in Deutschland und Europa die leistungsabhängigen Entgeltbestandteile. Peak Shaving ist einer der etabliertesten Anwendungsfälle von industriellen Speichern.
2. Atypische Netznutzung
In Deutschland können Unternehmen nach § 19 StromNEV sogenannte individuelle Netzentgelte beantragen, wenn sie ihre Last gezielt außerhalb der vom Netzbetreiber definierten Hochlastzeitfenster legen. Das wird als atypische Netznutzung bezeichnet.
Ein Speicher hilft dabei, dieses Profil technisch umzusetzen:
- In Hochlastzeitfenstern werden Spitzen mit dem Speicher gekappt.
- Last wird gezielt in andere Zeiten verschoben, ohne die Produktion zu stören.
Je nach Konstellation können so deutlich reduzierte Netzentgelte erreicht werden. Die genaue Ausgestaltung hängt von Netzgebiet, Verbrauch und rechtlichen Rahmenbedingungen ab.
3. Eigenverbrauchsoptimierung (PV-, BHKW- und KWK-Strom)
Wer am Standort PV, BHKW oder andere KWK-Anlagen betreibt, kennt das Problem: Erzeugung und Verbrauch passen zeitlich nicht immer zusammen. Studien und Praxisprojekte zeigen, dass ein Speicher hier die Eigenverbrauchsquote deutlich erhöhen kann.
Die FION Software sorgt dafür, dass:
- überschüssiger PV-, BHKW- oder KWK-Strom nicht ungenutzt ins Netz gedrückt wird, wenn die Vergütung niedrig ist
- gespeicherte Energie später zu Zeiten genutzt wird, in denen der Netzbezug teuer wäre
- mögliche Wechselwirkungen mit Peak Shaving und atypischer Netznutzung berücksichtigt werden
Kurz gesagt: Mehr eigene Erzeugung landet in Ihrer Produktion statt im Netz.
4. Time-of-Use und dynamische Tarife
Immer mehr Unternehmen beziehen einen Teil oder sogar ihren gesamten Strom direkt am Spotmarkt oder über Tarife, die sich stark an Börsenpreisen orientieren. Dadurch entstehen deutliche Unterschiede zwischen günstigen und teuren Stunden (Time-of-Use, ToU).
Hinter-dem-Zähler-Batterien sind prädestiniert dafür, diese Preissignale zu nutzen:
- Laden in Zeiten niedriger Preise oder hoher Eigenerzeugung
- Entladen in teuren Zeiten, um den Bezug aus dem Netz zu reduzieren
Die FION Software nutzt dabei die Struktur Ihrer Tarife (z. B. Hoch/Niedertarif, Spotpreisbindung, Zuschläge) und kombiniert sie mit Last- und Erzeugungsprognosen, um die wirtschaftlich sinnvollsten Lade- und Entladezeitpunkte zu wählen.
5. Arbitrage
Unter Arbitrage im Strombereich versteht man nicht nur „günstig laden, teuer entladen", sondern vor allem die aktive Teilnahme an Strom- und Regelenergiemärkten mit einem flexiblen Speicher.
Für industrielle Batteriespeicher bedeutet das in der Praxis:
- Einsatz in Wholesale-Märkten wie Spot-, Day-Ahead- und Intraday-Markt
- Teilnahme an ausgewählten Regelenergiemärkten, sofern technisch und regulatorisch möglich
- der Speicher wird so disponiert, dass er in Stunden mit hohen Preisen oder hoher Knappheit Energie bereitstellt oder Leistung vorhält
Typischer Mechanismus:
- Ein Energiehändler oder Direktvermarkter nutzt den Speicher, um auf diesen Märkten zu handeln
- aus den am Markt erzielten Erlösen entsteht für den Kunden ein monatlicher oder quartalsweiser Umsatz- bzw. Ertragsposten
- FION stellt sicher, dass technische Grenzen und die primären Use Cases am Standort (z. B. Peak Shaving, atypische Netznutzung, Eigenverbrauch) berücksichtigt bleiben
Wichtig ist auch hier: FION plant Arbitrage nur dort ein, wo der Einsatz in Wholesale- und Regelenergiemärkten regulatorisch, vertraglich und technisch eindeutig sauber umsetzbar ist und sich sinnvoll mit den standortbezogenen Zielen kombinieren lässt.